Was ist am Wandern so schrecklich?
Das fragte mein Mann meinen pubertierenden Sohn, als er einen gemeinsamen Wanderurlaub in Tirol vorschlug. “Keinen Bock auf Laufen”, erwiderte das angenervte Kind. Sein Vater, beruflich eingespannt, wollte jedoch Zeit mit einem flügge werdenden Kind verbringen und bestand darauf, dass die Urlaubsplanung dieses Mal ihm überlassen bleibe – nein, kein Club auf Mallorca, sondern Bergsteigen! Wohin nun mit mir und meiner Tochter plus dem Berner Sennenhund? Ich gehe gerne spazieren, Shoppen, in Thermalbäder und Straßencafes, ebenso wie die Vierzehnjährige.
!!Wanderurlaub Tirol
Schnell war ein gemeinsames Ziel gefunden – die Gegend um die Zugspitze war der Familien-Favorit. Über das Internet fanden wir schnell ein Ferienhaus in Raith bei Seefeld. Auch unser Hund durfte mit, die Tierpension wurde ihm erspart. Ein kleines Häuschen wurde unser, und mein Mann kaufte Wanderschuhe für sich und seinen Sohn. “Wohin fahrt ihr?”, wurden wir vor der Abreise gefragt, und ein schlecht gelaunter Teen antwortete: “Wanderurlaub Tirol, ganz tolle Idee!” Widerwillig stieg er ins Auto.
!!Region Seefeld
In unserem Ferienort angekommen, wurde zunächst eine Karte besorgt. Während meine Tochter und ich das Seefelder Olympia-Bad unsicher machten, versuchten sich die Männer zunächst auf kurzen Strecken (von Leutasch aus zur Hämmermoosalm), am nächsten Tag ging es zum Axamer Litzum. Da die Damen des Hauses Shoppen in Meran auf dem Programm hatten, drückten wir den Jungs auch die Hundeleine in die Hand. Herrlich, so ein Ferienhaus! Vater und Sohn genossen die gemeinsame Zeit, und auch der Hund war glücklich. Also, Wanderurlaub mit Hund und Kind!
!!Wanderurlaub: Vater und Sohn
Nach einigen Tagen wurde der Lauf-Radius erweitert, die beiden Wanderer verstanden sich immer besser. Wir Mädels waren bald ausgeschlossen, genossen aber die gemeinsame Zeit im Garten des Fereinhauses, in Seefelds Fußgängerzone, in Garmisch-Partenkirchen und Grainau. Wir hatten das Auto zur Verfügung! Wenn keine Hütten-Übernachtung geplant war, blieb der Hund bei uns – bei den Hütten muss angefragt werden, ob Vierbeiner erlaubt sind. Abends trafen wir uns im Ferienhaus – der Teen erzählte begeistert von Gämsen und Murmeltieren, der Erzeuger von Almwiesen, zugehörigen Almen und frisch gezapftem Weizenbier. Einige Almen tragen, ebenso wie etliche Gasthäuser, das Tiroler Wirtshaus-Siegel, was bedeutet; Frische, regionale Küche nach traditionellen Rezepten zu angemessenen Preisen. Die lindgrüne Flagge bzw. das entsprechende Siegel garantieren höchsten Speisegenuss!
!!Wanderurlaub mit Hund
Wir haben einen genetisch bergerprobten Berner Sennenhund, der auf allen Hütten willkommen war (als Tagesgast). In Österreich ist in öffentlichen Verkehrsmitteln Maulkorb-Pflicht – in den Bergbahnen hat man uns nie nach einem Maulkorb gefragt, so dass der Vierbeiner problemlos in der Rosskopf-Bahn (Seefeld) mitfahren konnte. Es hat auch nie Jemand beschwert, dass unser Hund leinenlos hinter uns herzockelte, obwohl z.B. im Leutasch Leinenpflicht herrscht. Jeder wollte den großen Bären einmal streicheln, und als wir in Innsbruck waren, musste er als Kamera-Objekt für eine Gruppe Japaner herhalten. (Ob die überlegt haben, wie man den wohl zubereitet?) Ganz wichtig: sie müssen für Ihren Hund auf Wanderungen kein Wasser mitführen; auf den Hütten steht immer ein Napf, und die vielen Bergbäche tun ihr Übriges.
Mehr Informationen für einen Wanderurlaub finden Sie auf: www.wanderurlaub-portal.de.